04.01.2018

Minister Schmidt und das Glyphosat-Zerwürfnis

Betr.: „Minister Schmidt und das Glyphosat-Zerwürfnis“, sowie: „Glyphosat: Merkel rügt Minister“ vom 29. November 2017 Ist das die Demokratie, die wir wollen?

Da fährt ein Mann Namens Christian Schmidt, seines Zeichens Landwirtschaftsminister der BRD nach Brüssel und sagt im Namen seines Volkes (82 Millionen) „Ja“ zu weiteren 5 Jahren der Anwendung eines Giftes mit dem Namen Glyphosat. Da die deutsche Zustimmung Voraussetzung für die Verlängerung der Anwendung war, ist es nun erlaubt, dieses Mittel in der EU von der russischen Grenze bis zum Atlantik und vom Skagerrak bis zum Mittelmeer weiterhin zu versprühen. In Deutschland gibt es eine Obergrenze von ca. 16 Millionen Hektar Ackerland, mehr Fläche haben wir leider nicht zu bieten. Was der Wirkstoff alles kann, steht im GT. Da ist zwar immer nur von den Pflanzen die Rede, aber das ist nicht das Ende der Nahrungskette. Glyphosat ist wie alle anderen Herbizide, Fungizide und Insektizide eine biologisch aktive Substanz, das heißt, jede lebende Zelle, in die eine solche Substanz eindringt, muss sich mit ihr auseinandersetzen, sie ausscheiden, abbauen, durch chemische Reaktionen umbauen und deaktivieren. Wenn sie das nicht kann, wird ihr Stoffwechsel gestört, bis die Zelle tot ist. Offenbar kann der Stoffwechsel der Zelle auch entarten und die Zelle kann zu einer Krebszelle umfunktioniert werden, die sich dann zu einem Karzinom entwickelt. Der Minister hat, wie er sagt, eine „sachgebotene“ Entscheidung getroffen, die aber im schlimmsten Fall Menschen tödlich treffen kann. Das ist offenbar eine gute Voraussetzung dafür, das Amt des zukünftigen Verteidigungsministers“ zu übernehmen. Das sieht jedenfalls laut GT Herr Seehofer so.

Frage: Wer von den anderen Parteien soll sich mit solchen Leuten der Christlich Sozialen Union an einen gemeinsamen Verhandlungstisch bzw. sogar Kabinettstisch setzen, wenn da Männer sitzen mit der Giftspritze im Gepäck? Das käme ja Selbstmord gleich. Aber es ist gut für die deutsche Öffentlichkeit, dass sie nun genau weiß, mit welchem Personentypus die CSU in der Zukunft Deutschland regieren will. Noch ist es aber nicht soweit. Die Frau Bundeskanzlerin könnte ja den „Gift-Schmidt“ , so würde man in meiner Heimat sagen, „an die frische Luft setzen“. Damit könnte sie deutlich machen, dass sie unter christlich-sozial etwas anderes versteht. Denn als Pastorentochter weiß sie, was in Moses 1, 2 (15) steht: „Gott, der Herr, brachte Menschen in den Garten Eden. Er übertrug Ihnen die Aufgabe, den Garten zu pflegen und zu schützen“. Da steht nichts davon, dass der Mensch eine Spritze nehmen soll, um alles, was da wächst, abzutöten. Man fragt sich, wie die christlich-soziale Erziehung dieses Herrn Ministers aussah. Dank gebührt ihm für seinen Offenbarungseid!

Wilhelm Römer, Bovenden

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